Judo
Judo
ist in erster Linie ein Breitensport. Man muss dafür nicht sportlicher
sein als zum Beispiel für Schwimmen, Radfahren oder Jogging. In den Anfängergruppe
werden Kondition und Beweglichkeit nicht vorausgesetzt, sondern nach und
nach aufgebaut Niemand wird überfordert, denn Judo soll vor allem Spaß
machen.
Judo-Neulinge werden nach und nach in die
Hohe Kunst der Fallschule eingeführt, die auch außerhalb der Judo-Matte
gut zu gebrauchen ist. Erst wer Falle kann ohne sich weh zu tun lernt die
ersten leichten Würfe.
Judo
bedeutet:“ Der sanfte Weg“. Nicht Kraft ist Grundprinzip, sondern
Technik. Die Kraft des Gegners wird geschickt ausgenutzt, sein
Gleichgewicht wird gebrochen die eigene Kraft wird auf den schwächsten
Punkt des Gegners konzentriert. Deshalb kann man mit Judo auch einen größeren
und stärkeren Gegner bezwingen: Siegen durch Nachgehen.
Judo
ist im ein idealer Sport für Kinder und Jugendliche Unter der Obhut von
qualifizierten Trainern können
sie sich spielerisch austoben. Ganz nebenbei erzieht Judo zu sportlichem
Verhalten und Kameradschaft, stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft
ihnen, sich im täglichen Leben zu behaupten.
Statistiken
belegen, dass die Verletzungsgefahr beim Judo sehr gering ist, viel
geringer als zum Beispiel bei Ballsportarten. Beim Judo-Breitensport sind
größere Verletzungen sogar äußerst selten.
Auch
wenn man sich nicht mehr Jung genug fühlt, um an großen Wettkämpfen
teilzunehmen — um Judo zu erlernen, ist man nie zu alt.
Als
Breitensport bietet Judo selbst Senioren die Möglichkeit, sich körperlich
fit zu halten. Im Ursprungsland Japan ist das keine Seltenheit:
Judo wird dort oft bis ins hohe Alter ausgeübt.
Von fernöstlicher Mentalität geprägt, zwingt Judo
die Sportler zu Fairness und Selbstdisziplin. Das ethische Prinzip des
Judo ist gegenseitiges Helfen und Verstehen. Es geht nicht darum, einen
Gegner zu bezwingen, sondern das Ziel ist ein Kräftemessen mit dem
Partner.
Judo ist ein Wettkampfsport, dessen
Herkunft aus der Selbstverteidigung herrührt.

Judo heißt vor allen Dingen:
* den Partner / Gegner achten (vor Verletzungen schützen)
* auf der Matte üben,
* sich bewegen,
* mit vielen Partnern kämpfen, oder, wie die Japaner sagen > mit dem Körper
begreifen<
Ursprung und Entwicklung des Judo!
Selbstverteidigung und Selbstverteidigungssysteme gibt es, solange die
Menschen leben
und durch den Kampf Mann gegen Mann ihre Probleme zu lösen versuchen
(siehe Hofmann, Wolfgang)

Jigoro Kano (Bild) Gründer des Judo eröffnete
1882 eine eigene Schule (Dojo),
den Kodokan (Ort zum studieren des Weges)
Ju - = "sanft", Prinzip des
Nachgebens
Do - "Weg"
Mit "Ju" ist nicht etwa sanft im Sinne von weich oder schwächlich,
sondern vielmehr heißt
hier sanft "nachgeben, bis der richtige Augenblick kommt" (Kano),
um den Gegner unter
Ausnützung seiner Kraft zu besiegen. Der Gegner ist besiegt, wenn er zu
Boden geworfen
wurde. Sein Fallen ist die Folge seines Unvermögens, die Balance zu
bewahren.
Mit "Do" ist der Weg zum Erlernen der Kunst gemeint. Das Prinzip
des "Nachgebens"
basiert ferner auf der der Charakter- und Persönlichkeitsbildung. Es
somit das zweite
Prinzip des Judo, das "Sozialprinzip", d.h. es geht darum, mit
dem Partner zu üben, ihn
zu schonen und eben nicht "niederzumachen" oder " zu
vernichten". Dies steht im
Gegensatz zu zahlreichen anderen Selbstverteidigungsarten wie:
Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Aikido, Hapkido, Kendo,
Karate als Halbkontakt und Vollkontakt,
Kung-Fu, Tai-Boxen, Kick-Boxen,
Taekwondo
Worin unterscheidet sich Judo von Ju-Jutsu?
Die Wurzeln des Judo liegen in der Selbstverteidigung, wie sie in einem
Kampf auf Leben
und Tod gebraucht wird. Eine solche Selbstverteidigung bracht natürlich
keine Rücksicht
auf den Mitmenschen nehmen, im Gegenteil, gerade die Aktionen, die dem
Gegner größt-
möglichen Schaden zufügen und ihn sofort kampfunfähig machten, waren
vom Standpunkt
des Kriegers aus ideal.
Welche Graduierungen gibt es, welche
Bedeutung haben Sie?
Es gibt derzeit im Deutschen Judo-Bund neun Schüler- oder Kyu-Grade und 8
Meister-
oder Dan-Grade. Sie sollen den Ausbildungsstand des Judoka widerspiegeln.
Im Schüler-
bereich sind in den letzten Jahren weitere Zwischengrade aufgenommen
worden, um einer
moderneren Entwicklung und den immer komplexer werdenden Bewegungsabläufen
Rechnung zu tragen.
Die Farben der Graduierungen sind:
weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, grün-orange, grün, blau, braun
Als die schwierigste Prüfung wird die zum
1.Dan empfunden, wenngleich sie nur eine Über-
prüfung aller in den Kyugraden erworbenen Kenntnissen ist. Als Meister trägt
man den
schwarzen Gürtel und das bleibt bis zum 5.Dan so. Bis dahin kann man Prüfungen
inner-
halb des DJB ablegen. Höhere Grade werden nur für besondere Verdienste
um den Judo-
Sport verliehen. In Deutschland sind bislang Graduierungen bis zum 8. Dan
verliehen
worden. Der bisher höchste Dan-Grad ist bisher der 10.Dan. Diesen hat
derzeit der z.B.
Holländer und IOC-Mitglied Anton Gesink, der 1964 in Tokio bei den ersten
Olympischen
Judo-Meisterschaften in der Allkategorie in der Königsklasse die Phalanx
der Japaner
gebrochen hat.
Welchen Stellenwert hat Judo im DSB?
Judo ist eine im Deutschen Sportbund integrierte Sportart.
Judo wird, wie die anderen Sportarten über das BMI gelenkt und gefördert
Judo war 1964 in Tokio das erste Mal olympisch. Danach ab 1972 ständig
und seit 1992
Barcelona (Demo-Sportart) Frauen und seit 1996 Atlanta auch für Frauen
olympisch.
Judo steht in starker Konkurrenz zu Taekwondo, das ebenfalls bemüht ist,
olympisch zu
werden. Samaranch hat angekündigt, dass Judo auch aus dem Olympischen
Programm
herausfallen könnte, wenn nicht für mehr Medienwirksamkeit gesorgt wird.
Der Verein als Wiege des Leistungssports!
Die Vereine sind Mitglieder des Niedersächsischen Judo-Verbandes. Der NJV
als Fach-
verband ist Mitglied im LSB. Die Vereine sind organisiert über die
Bezirks-Fachverbände
und Arbeitskreise, die für die Ausrichtung der Meisterschaften in der
Hierarchie verantwortlich sind.
Die Vereine bilden die Judoka im Rahmen des
Trainingsbetriebes aus. Die Trainer sollten
lizenzierte Übungsleiter sein. Die Ausbildung für Übungsleiter erfolgt
nach den Richtlinien
des DSB und enthält 30 Stunden überfachlichen und 90 Stunden fachlichen
Teil. Für den
Leistungssport gibt es darüber hinaus den Trainer B, den Trainer A und
den Diplom-Trainer.
Letzte Änderung: 16.07.2008
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